Samstag, 12. August 2017

Lebensfreude

Ein bekanntes Feiergesicht meinte indirekt zu mir, dass ich "Lebensfreude habe", was mich zum Nachdenken brachte

Lebensfreude.
Lebensfreude ?
Le-bens-freu-de.
[Lebensfreude].
[Lebensreue].
Leben und Freude.
Freude am Leben

Ich würde eher abstreiten, dass ich "Lebensfreude" habe, dafür war ich zu lange - oder eher zu intensiv - pessimistisch und zum Teil depressiv gewesen.
Momentan bin ich gar nicht depressiv; fühle mich dennoch weder leer noch perspektivlos,
ich bin aber auch nicht lebendig oder voller Tatendrang.
Ich bin realistisch.
Nicht zu negativ, nicht zu positiv
denken,
bewerten,
handeln,
reflektieren
in Bezug auf die
Materie,
Umwelt,
Gesellschaft,
Persönlichkeit,
Welt.

Diese Einstellung impliziert keine Verleugnung dieses Wortpaares (positiv - negativ). Es ist vorteilhaft, wenn man beide Richtungen kennt, jedoch möchte ich nicht auf einer Position ewig verharren.
Ich könnte mir nie vorstellen ein "body-positive-lifestyle-good-vibes"-Mensch zu sein, die mit unzähligen Emojis ihre Lebe-deinen-Traum-Posts verfassen, um - so denke ich - viele likes und Aufrufe zu generieren, wodurch die Message, - welche zwar ankommt -, an Authentizität verliert.
Natürlich ist das Internet eine super Plattform, um sich selbst darzustellen, sich zu formen.
Dennoch mag ich solche Lifestyle-Positive-Vertreter*innen nicht bzw. das was sie darstellen (den Menschen und dessen Persönlichkeit kenne ich ja nicht).
Vielleicht könnte ich diese Personengruppe mögen, würde ich ein anderes Schema diesbezüglich bilden. Alles ist veränderbar.
Aber schön, wenn die ihr Ding machen; bestimmt mögen einige von ihnen meinen Brei nicht *lach*. Deshalb alles cool.

Zurück zur Lebensfreude.
Freude am Leben habe ich nicht, aber mein Leben ist auch kein Leiden. Mein Dasein friste ich jetzt nicht; das ist dann eher episodenhaft.
Wobei ich erwähnen muss, dass ich keine Ahnung habe, was Freude ist. Fühlt sich so fremd an bzw. ist diese positive Gefühlsregung nur temporär, zumindest bei mir.
Vielleicht gibt es Menschen, deren Grundzustand "Freude" ist, und durch externe Reize in "Euphorie" oder "Ekstase" temporär verändert wird.
Dieses pseudo Modell auf mich abgeleitet kommt zum Ergebnis, dass mein Grundzustand "neutral" ist oder eher schon fast nihilistisch.
Ich lasse es sein, Dingen bestimmte Werte zu zuschreiben, sodass ich selbst fast vergesse, welchen Wert ich habe.
Aus diesem Grund hat Leben für mich keinen Wert. Ok, ich mochte es noch nie, wenn Menschen sagten:"Das Leben ist aber so wertvoll! Geschenk *blabla*.
Das Leben mag "wertvoll" sein, weil man viel daraus machen kann, vor allem, wenn man die Zusammenhänge von außen und innen erkennt und versteht (man muss das ganze von einer Metaebene aus betrachten).
Uff, ich könnte mich noch an weiteren Gedankengängen erhängen (lol dat Wortspiel):
Was ist Leben ?
Leben wir zu selbstverständlich?
Oder existieren wir doch einfach nur und verwenden "Leben" als Euphemismus ?
...
Jedenfalls empfinde ich "Lebensfreude" gekoppelt mit spezifischen Dingen, was ich eben so mag, was mir so gefällt. Aktuell bereitet mir das Internet viel Freude (außer fb).
Verbringe einige Stunden auf insta & Co.
Es macht mir auch wieder Freude, YouTube Videos zu drehen und hochzuladen.
Auf Amazon schreibe ich gerne Kundenrezensionen oder lese mir solche von anderen durch.
Ich schaue mir diverse Mangas an die ich kaufen könnte, erstelle gleichzeitig die unterschiedlichsten Wunschlisten. Viele Ideen und Wünsche rauschen mir durch den Kopf:"Diese Klamotten brauche ich! Omg! Und diese Cardfight Vanguard Karten brauche ich für mein Deck! und in der Universitätsbibliothek:"Ich könnte nach dem und dem recherchieren und das und das lesen!".

Und ist Lebensfreude synonym mit Lebenslust ?
Lust ist für mich nochmal was KOMPLETT anderes.
Ich mag Lust. Jede Dimension von ihr
irgendwie,

aber das würde den Rahmen sprengen bzw. behalte ich meine Gedanken dazu gerne für mich :>
Genug (Samen-)Erguss.

Tschüss.

セーラームーン

Samstag, 5. August 2017

Und ploetzlich wachte ich im Krankenhaus auf

Hi

Zwar habe ich davon schon auf instagram berichtet, aber um diesen Blog strukturiert zu führen, möchte ich das Erlebte auch hier niederschreiben.

Dienstag. Um 6 Uhr stand ich auf. Machte mich zurecht, ging meine Lernzettel durch.
Zur Uni gefahren. Klausur "Psychologische Diagnostik" geschrieben (welche innerhalb von 4 Tage korrigiert wurde, während in meinem Schädel noch Lücken sind).
Unter'm Strich ein gutes Gefühl. Hoffentlich besser als eine 2,7. Bei einigen Fragen hemmte mich die Unsicherheit.
Nach der Klausur kaufte ich Wodka und Energy, womit es nach W. ging.
Nervös, neugierig gewartet.
Aufeinandertreffen.
Gechillt, getrunken, gute Gespräche geführt; nicht gelangweilt, wie es sonst zu 98% der Fälle ist, weshalb ich mich kaum mit Menschen treffe, was mit ihnen unternehme, deshalb tut es mir umso mehr leid, was nach 2-3 Stunden und X Wodka und X Cognac passierte.
Am HBF kurz auf Toilette gegangen.

Kontrolle verloren.
Oder eher doch kontrolliert außer Kontrolle?
Bin mehrmals hingefallen. Polizisten wurden auf mich aufmerksam. Ich glaube auch Passanten.
Mein Treffen habe ich wohl beschimpft, solle die Person sich doch verpissen.
Vermutlich wollte ich alles von mir wegstoßen, was ich mag, oder ich versuchte die Person zu zwingen, mich zu verlassen, so wie andere Menschen, die mich fallen ließen.
Oder ich wollte mein Treffen testen, mit der Hoffnung, dass die Person bleibt.
(Ähnliches war mir schonmal in milder Form passiert, dass ich aufgrund Wodka-E hyperventiliert bin und eine erdrückende Laune wahrnahm, weshalb ich zu meiner Begleitung sagte:"Lass mich einfach hier liegen und sterben!").
Wie ein hilfloses Etwas lag ich da zu Boden. Wie in einem Überlebenskampf fühlte ich mich: Jede*r, der mir helfen wollte war böse, deshalb habe ich wohl auch mit Suizid gedroht, um zu Provozieren, aber es war nicht meine Absicht, mir etwas anzutun. Ich hatte nicht das Bedürfnis zu sterben und habe mich auch nicht so gefühlt, als würde ich innerlich verrecken.
Ich wollte deren Reaktionen testen und sehen, und zeigen, wie groß mein Wahnsinn sein kann.
Das war eine Außenprojizierung meines Inneres. Ich erinnere mich noch vage, wie jemand mich am Rücken festhielt oder wie ich nach vorne renne und richtig heftig seitlich hinfalle. Flatsch !
Das muss für mein Umfeld bestimmt schlimm ausgesehen haben. Das geht nie wieder weg diese Bilder, welche ich zwar nicht vor Augen habe, aber dafür gehen niemals diese Geräusche weg, wie ich in mich zusammensacke und meine Schreie gehen mir auch nicht mehr aus den Kopf. Schlimm zu was man in der Lage sein kann.
Ich dachte mir den Kopf angestoßen zu haben, war aber doch nicht so, wie man im Krankenhaus feststellte, wo ich plötzlich aufwachte oder eher zu Bewusstsein kam.
Keine Ahnung, kein Gefühl, wie ich dahin gebracht wurde.

Im Krankenhaus wollten sie mich nicht gehen lassen, weil ich Suizidgedanken geäußert hatte, wobei das meine Grundeinstellung ist, was aber nicht heißt, dass ich permanent mir etwas antun will oder das ich das Leben als "scheiße" empfinde. Diesen Floh einmal ins Ohr gesetzt, bekommst du nie wieder raus. Die Vorstellungen, die Bilder.
Reden brachte im Krankenhaus nicht viel. Ich wollte unbedingt gehen, weil ich diesen Aufenthalt als Zeitverschwendung betrachtete, gleichzeitig fragte ich mich auch, wo mein Treffen war.
Nicht nur wegen meinen Selbstmorddrohungen durfte ich nicht gehen - an die kann ich mich nicht erinnern - , ich war allgemein nicht zurechnungsfähig mit 1,9 Promille.
Ich glaube mich daran zu erinnern, Handschellen angehabt zu haben, da ein Polizist meine Handgelenke von etwas befreite, doch dann fing ich an, mich zu wehren - gehen zu wollen -, daraufhin wurde ich fixiert. In diesem Moment dachte ich nur:"Krass! Jetzt werde ich zum ersten Mal fixiert, wie ein Mädchen, welches in die Geschlossene kam und ins Bett urinierte, von dem mir der Bruder einer ehemaligen Freundin erzählte, als ich 2014 in der Klinik für affektive Störungen war".
Das war schon krass, wie ich ans Bett gedrückt wurde und wie fest mir die Schnallen zugebunden wurden. Ich habe immer noch blaue / gelbe Flecken an den Oberarmen.
Es muss so erbärmlich ausgehen haben, wie ich da fixiert - gefesselt - im Bett liege, eine Netzstrumpfhose trage und einfach nur flenne. Hat noch ein Knebel gefehlt und zehntausend Schellen. Man, da bin ich schon wütend auf mich selbst.

Ich habe geschrien; diese Schreie und das Geflenne gehen nicht mehr aus meinem Kopf, aber sie erinnern mich an zwei andere vergangene Tage, wo ich zum einem nach einer Vorlesung um 10 Uhr Morgens Wodka konsumiert habe, um über jenen Herzschmerz hinweg zu kommen und zum anderen an jenem Tag, als es plötzlich hieß:"Du musst jetzt gehen!" und ich mich mega krass abgeschoben gefühlt habe. An diesen aufgezählten Tagen wollte ich mich aber bewusst selbstzerstören, im Gegensatz zu diesem Tag, über den ich hier berichte. Ich wollte das wirklich nicht ! Auch nicht in den letzten 3-4 Monaten, deshalb verstehe ich nicht, wie es so entarten konnte am Dienstag.

Im Krankenhaus beschimpfte ich die Schwestern, dass sie das nur wegen des Geldes machen, nach Scheme F arbeiten und sich nicht wirklich um die Patienten kümmern. Ich musste so dringend auf Toilette, doch sie ließen mich nicht gehen; ok ging ja auch schlecht, weil ich fixiert war. Ich habe mich so bemüht, die Schwestern zu überreden - und in die Bettpfanne konnte ich nicht -, deshalb wurde mir ein Katheter eingeführt. Wie sich meine Blase entleert hat, habe ich nicht notiert. Komisches Gefühl. Mir wurde auch irgendeine Infusion gegeben, damit ich ruhig gestellt werde (?), denn ich erinnere mich, etwas aus meinem Arm gezogen zu haben, da folglich eine Flüssigkeit mir ins Gesicht spritzte. Nachträglich wurde ich präpariert. Öfters löste ich meine Arme aus der Fixierung, worauf ich stolz war:"Yes! Dann nur noch die Beine und ich kann gehen. IHR KRIEGT MICH NIEMALS!".
Yume setzt Flucht ein.
FLUCHT UNMÖGLICH ! (yeah, Pokemon is everywhere).
Als mir klar wurde, dass es unmöglich ist, sich von der Fixierung zu befreien, wurde mir bewusst, was für eine Scheiße ich überhaupt gemacht habe und heulte selbstbemitleidend, redete mit mir selbst, wie erbärmlich ich bin. Und es tat mir leid, in was für eine Gefahr ich mein Treffen gebracht habe...Ich kann das nie wieder gut machen. Die Verstoßung war wohl so heftig, dass der Kontaktabbruch bestehen bleibt. Verständlich.
Einerseits möchte ich mein bedrohtes Selbstbild retten, andererseits tut es mir für die betroffene Person wirklich leid, dass ich dessen Tag so versaut habe.
Und es stört mich, dass ich "Perlen" ganz schnell verliere - eher kaputt mache. "Perle(n)" genannt, weil ich allgemein ein mangelndes ausgeprägtes Interesse gegenüber meinen Mitmenschen habe.

Gegen 23 Uhr landete ich in der Psychiatrie - in der Geschlossenen; dort hatte ich "noch" 1,4 Promille, aber ich war klarer im Kopf.
Naja, ich hatte nichts gegessen, außer einer Brezel vor der Klausur um 9 Uhr . Wenigstens habe ich nicht gekotzt.
Die Hinfahrt voll benommen war angenehm, doch leider wurde ich in der Psychiatrie wieder wach, weshalb ich nicht die Nacht über schlafen konnte. Ich war auch so leer.
In der Geschlossenen schien ich die Normalste zu sein zwischen den nackt herum laufenden, sich selbst beißenden, Hosenscheißer-Menschen, die mit irgendwelchen Dingen drohen, von ihren Schlössern erzählen, weil sie aus einer Adelsfamilie stammen und "Hail Hitler" rufen.

Nach meiner Visite konnte ich gegen 9 Uhr gehen.
Ich hinterließ auch einen positiven, stabilen Eindruck bei den Ärzten.
Mit meinen blauen Flecken und Kratzspuren (?)  an Armen, Beinen und Hüfte sah ich aus wie eine Kriegerin.

Es schmerzt ab und zu. Was geschehen ist kann ich nicht ändern, aber ich kann mich ändern. Es ist nicht einfach, denn auf einer bestimmten Art und Weise gefällt es mir....Das Leid wächst immer mehr und mehr. Wenn du Liebe schon nicht bekommst, dann stürz dich in den Abgrund; dass bekommst und fühlst du, das ist sicher und zugleich erhälst du Bestätigung für dein dreckiges Dasein.
Dabei hasse ich mich nicht und Reue ist kaum vorhanden, denn das bin ICH ja und ich stelle mir oft vor, wie ein klassisches Liebesdrama zu laufen hat mit tödlichem Ausgang, doch leider ist das nicht das einzige. Noch viel mehr (unnötige) Gedanken schwirren ab und an in meinem Kopf.
Ich muss mir bewusst werden, dass es meinem Umfeld nicht damit gut geht, wenn ich so weitermache. Leider fühle ich nicht, dass man mich mag - mich gern hat -, deshalb fühle ich mich auch nicht wichtig. Warum schreibt man mir irgendwelche Werte zu ? Mittlerweile ist es mir nicht wichtig, dass man mich mag. Es ist nunmal so wie es ist.
Trotzdem fühle ich mich gefestigt und aktuell denke ich nicht schlecht über mich und meine Umwelt.

 [Achtung, folgender Abschnitt könnte triggernd sein ]

So an sich bin ich zufrieden mit mir, aber manchmal habe ich so gar keinen Bezug zu mir. Irgendwie läuft alles ins Leere und geht kaputt.
Aber es ist der falsche Weg, Energie in das Leid zu investieren, steck es lieber in den Erfolg, in die Karriere, auch wenn das wirklich schwieriger ist, aber es lohnt sich eher...
Ich habe weder ein trauriges noch ein glückliches Leben. Ich nehme es eher realistisch auf.
Ich würde mir selbst nicht glauben, wenn ich sagen würde, dass ich glücklich sei. Und wenn ich diese Gefühlsregung habe dann ist die echt, aber lieber habe ich sie gar nicht, weil es ganz schnell wieder verfliegt, besonders in Verbindung mit Mitmenschen / Freundschaft / Liebe.
Und wenn sage ich lieber, dass ich glücklich wegen des Geldes bin oder anderen materiellen Dingen, denn das kann ich kontrollieren, das nimmt mir keiner weg, nur schade, dass dir die materiellen Dinge keine Gefühle geben, deshalb verreckt man jedesmal.
Aber ich mag nicht mehr über Gefühle reden. Die sieht man nicht. Das ist nichts handfestes. Es sind nur Konstrukte. Und diese Einstellung habe ich bereits seit 2-3 Monaten, womit es mir durchaus gut geht, deshalb nervt es mich, dass ich berauscht eskaliert bin und somit mit irgendwelchen Emotionen konfrontiert werde


Mir egal, ob das hier hingehört. Ich bestimme das. Das ist meine Art, das zu "verarbeiten" , - während des Schreibens wurde mir bewusst, was ich für einen Mist ich gemacht habe -
Ich möchte meine Ding machen, ok ?!
Also psh


Bye

PS: Hab irgendwie kein Gefühl mehr an manchen Stellen meines linkes Daumens.

es hat ein Gesicht